Am 21.12.2017 fand die vierte Ausgabe des ZauberWerk im Theater im Walzwerk in Pulheim statt. Dieses Mal standen Zauberer Funny-Merlin und Varietekünstler Stephan Masur auf der Bühne. Als Ersatz für den erkrankten Lars Ruth war Zauberkünstlerin Amila dabei.

Amila ist eine der wenigen professionellen weiblichen Zauberer Deutschlands, die sich auch über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat. Sie gilt als „charmant, frech und sexy“, wie es in ihrem Pressetext heißt – und das wollte sie auch dem Publikum des ZauberWerks beweisen.

So verdrehte sie etwa einem Zuschauer mit einem zerrissenen und reparierten Papierherz den Kopf. Einem Paar entlockte sie die Fähigkeit, sich ohne Worte und sogar ohne Blicke zu verstehen. Denn wo und wie oft die Zauberkünstlerin den einen am Arm oder an der Stirn berührte, konnte der andere auch über einige Entfernung spüren.

In ihrem zweiten Teil wagte die Magierin eine planvolle und erfolgreiche Entfesselung aus einer von einem Zuschauer sorgfältig verschlossenen Zwangsjacke.

Amila sorgt mit ihrer einzigartigen Weise im Umgang mit dem Publikum für erstaunte wie errötete Gesichter (zweiteres besonders beim männlichen Teil des Publikums ;) ) und hinterließ einen bleibenden Eindruck bei ihren Zuschauern: „Ohne Liebe und Zauberei wäre unser Leben einfach ein Irrtum.“

Weitere Infos über Amila findet ihr unter http://www.ladyamila.com/

Der zweite Künstler des Abends ist bekannt aus der Kölner Varieteszene. Der Initiator des jährlichen „Varietespektakels“ Stephan Masur war, wie auch seine Kollegen des Abends, nicht zum ersten Mal zu Gast im Theater im Walzwerk. Aber wiederholt begeisterte er seine Zuschauer mit seiner vielfältigen und wundervollen Show. So zeigte er eine Jonglageperformance zu klassischer Musik, stimmig und fesselnd und gespickt mit kleinen komödiantischen Einlagen. Zum Ende seines ersten Teils fächerte er einen allzu rührenden Schneesturm auf das Pulheimer Publikum, passend zur Jahreszeit.

Den zweiten Teil seines Auftritts bildete meine absolute Lieblingsnummer dieses Künstlers: Die Seifenblasenkunst. Aufwendige und wunderschöne Figuren zu berührender Musik brachten die Zuschauer gleichermaßen zum Staunen, Lachen und Seufzen. Man fühle sich in die Kindheit zurückversetzt, meinte der Artist und Komiker. Doch um ehrlich zu sein: Wenn ich in meiner Kindheit jemanden gekannt hätte, der mehr aus Seifenblasen machen kann als sie nur in die Luft zu pusten, hätte ich sicherlich manchen Tag damit verbracht, ihm dabei zuzusehen.

Dass auch die Komik manchmal in seiner Show überwiegt, zeigte der Varietekünstler ganz klar beim, wie er nach der Show zugab „komplett improvisiertem“ Teil seines Auftritts. Wer fast 100 Menschen dazu bringt, zeitgleich „warm, warm, kalt, kalt“ zu rufen und einem Zuschauer einen Ritt auf einem fliegenden Teppich zu ermöglichen, dem kann man nur absolute Entertainer-Fähigkeiten unterschreiben.

Durch die Verbindung aus beeindruckendem Können, erstaunlicher Mimik, perfekt gesetzten musikalischen Akzenten und einer guten Portion Selbstironie gilt Stephan zu Recht als Meister seiner Zunft. Wer einen begeisterungswürdigen Einstieg in die Varietekunst sucht, der ist ganz sicher richtig bei Stephans eigenem Soloprogramm oder nächsten Ausgabe das „Varietespektakels“ im Sommer 2018. Infos und Termine findet ihr unter http://www.vivaldis-jongleur.de

Funny-Merlin, der dritte Künstler des Abends, war bereits zum zweiten Mal beim ZauberWerk zu sehen, diesmal sogar mit einem längeren Auftritt.

Passend zur Jahreszeit begann er seine Show mit der traumhaften Illusion des Schwebenden Tisches zu Weihnachtsmusik.

Auch Stille gehört wohl zur Weihnachtszeit; zumindest führte der junge Zauberkünstler ein Kunststück vor, das gänzlich ohne gesprochene Worte auskam. Lediglich eine schriftliche Anleitung zeigte einem Zuschauer, was er tun müsse, um seine gewählte Karte erscheinen zu lassen. Und das an einem Ort, der einen wahrlich die Sprache verschlagen konnte.

Und noch einmal führte Funny-Merlin seine Zuschauer gekonnt hinters Licht. Genau genommen nur einen Zuschauer, der nicht ahnte, wie (oder mit wem) der Zauberkünstler einen Reifen scheinbar durch seinen Körper wandern lassen konnte, ohne dass der Zuschauer es merkte. Der erstaunte Blick des Freiwilligen verriet, dass der Magier ganze Arbeit geleistet hatte, wenn auch nicht ganz allein.

Im zweiten Teil seines Auftritts zeigte Funny-Merlin seinen Zuschauern eine Weltpremiere. Wer schon einmal mit dem Kopf durch die Wand wollte, ohne sich dabei zu verletzen, der war hier an der richtigen Adresse. In einer gut durchdachten kleinen Großillusion nämlich demonstrierte der Zauberer eindringlich, was es dazu brauche. Ein Tuch, einen, der durch die Wand will, und eine Wand natürlich – nur den Trick selbst behielt Funny-Merlin natürlich für sich.

Seine letzte Nummer erhielt der Zauberkünstler wohl als Geschenk für seinen wiederholten Auftritt im ZauberWerk von Theaterleiter Marco Seypelt. Wie sollte es anders sein, befand sich ein Zaubertrick im Innern des Kartons – sogar mit Anleitung! Doch wie sehr ein einziger falscher Buchstabe zu einem matschigen Requisit und zur tiefen Erheiterung des Publikums führen kann, das konnte dem Magier auch der Sprecher der AnleitungsCD nicht verraten. Mit einem gelungenen Effekt und der Auflösung des vermeintlichen Fauxpas aber beendete Funny-Merlin sein letztes Kunststück für diesen Abend, das sicherlich zur größten Belustigung beitrug.

Funny-Merlins Zauberei ist zwar noch nicht ganz ausgereift; man merkt ihm an, dass er seine Rolle auf der Bühne noch sucht. Aber ich kann jedem, der die Möglichkeit hat, nur empfehlen, sich diesen jetzt schon, mehr als er vielleicht selbst ahnt, einzigartigen Zauberkünstler einmal selbst auf der Bühne anzuschauen. Er selbst versichert, dass er seine Zuschauer durch immer wieder neue Illusionen auch wiederholt begeistern kann; und bisher hat er da meine volle Zustimmung. Insbesondere beim ZauberWerk ist Funny-Merlin regelmäßig zu Gast – zum Glück, möchte ich sagen!

Weitere Infos findet ihr derzeit unter www.facebook.com/ZaubaererAC

Auch die vierte Ausgabe des ZauberWerks war eine auf ihre ganz eigene Weise magische und abwechslungsreiche Show mit ebenso einzigartigen Künstlern.

Weitere Termine der monatlichen Mixshow und Karten gibt es unter http://www.theaterimwalzwerk.de , denn wie Theaterleiter Marco richtig bemerkte: Die Mixshow ist zu Recht ein voller Erfolg, und wir demnach noch mindestens bis Mai 2018 laufen. Also sichert Euch jetzt Eure Tickets! ;)