"Kennen Sie noch die Melodie vom weißen Hai?"

Am 18.01. fand die Januar-Ausgabe des ZauberWerk im Theater im Walzwerk statt. Leider gab es aufgrund des Sturms einen ziemlichen Künstlerausfall zu beklagen; dennoch begeisterten drei der sechs angekündigten Zauberer das Pulheimer Publikum.

Als erster Künstler betrat Stefan Kretschmann die Bühne. Der aus Düsseldorf stammende Zauberer erzählte zunächst: Bei Zaubervorstellungen wolle jeder immer hautnah dicht dran sein und alles von allen Seiten sehen können. Normalerweise sei das nicht möglich - aber das wolle er ändern. Und so schob er seine Hand durch eine in einem Rahmen befindlichen massiven und unbeschädigten Plexiglasscheibe und entgegen dem üblichen Ablauf konnte er genau so in diesem Moment mit dem Publikum interagieren: Hände schütteln, durch den Zuschauerraum laufen. Danach entfernte er die Hand aus der nach wie vor unbeschädigten Glasscheibe.
Als nächstes führte er Klassiker der Zauberkunst vor; mit Seilroutine und Ringspiel brachte er seine Zuschauer zum Staunen. Ungewöhnlicher hingegen waren die Figuren, die er aus einer Vierer-Ringkette bildete, unterlegt mit einem selbstgeschrieben Rap. Eine sehr individuelle Nummer, die etwas unsicher vorgetragen wirkte, aber dennoch unterhielt.
In der zweiten Hälfte legte der Zauberkünstler aber eine Schippe drauf: Mit einer ausgesprochen unterhaltsamen Version einer Entfesselung schälte sich der Magier aus einer Zwangsjacke - und das zu wechselnder Musik. Mal spannend, mal sexy oder lustig, in jeden Fall sah es bei ihm aus wie ein Kinderspiel. Beeindruckend! Wer den sympathischen Zauberer einmal live sehen will, kann sich hier über ihn informieren: www.zauberer-duesseldorf.de

Als zweites hatte sich der professionelle Taschendieb Giovanni Alecci nach Pulheim durchgeschlagen. Wer jetzt glaubt, man müsse bei diesem Künstler besonders auf seine Sachen Acht geben...hat leider Recht. Schon im Vorhinein der Show sowie in der Pause hat es sich Giovanni nicht nehmen lassen, die Zuschauer mit Close-up-Zauberei zu verblüffen - und ihnen anschließend natürlich auch ihre Wertgegenstände zurückzugeben. Doch nicht nur Gags zum Thema "Ich habe etwas gefunden, was noch gar nicht verloren gegangen ist" erstaunten und unterhielten zugleich das Publikum. Nach einem vermeintlich missglückten Trick mit einem Zuschauer und einer Kartenwolke bugsierte er einen Zuschauer auf einen "elektrisierenden" Stuhl. Mit diesem Zuschauer zeigte der Künstler ein absolut einzigartiges Kunststück mit einem klassischen Hintergrund: Ein herumwanderndes Schwammbällchen. Die Kunst bestand darin, dass nur die Zuschauer auf der anderen Seite der Bühnenkante das Bällchen sehen konnten. Der Zuschauer auf der Bühne aber ließ sich, etwas unfreiwillig vielleicht, täuschen. Diese Nummer ist reich an Schnelligkeit, Humor und Unterhaltungscharakter - und somit ein unglaublich tolles Kunststück.
Mit dem Nachweis, wie man Echtgeld von einer "heißen Blüte" unterscheiden kann, denn "Echtgeld brennt nicht so schnell", taucht aber andererseits auch in der Regel nicht in Früchten wieder auf, entließ der Zauberkünstler sein Publikum in die Pause.
Giovanni bot einen großartigen und unglaublich lustigen Auftritt, der gänzlich ohne Albernheit, dafür aber mit Sympathie und verdammt viel Können über die Bühne kommt. Die Mischung aus Trickdieberei, Zauberkunst und Comedy ist einzigartig und absolut empfehlenswert! Leider gibt es derzeit keine öffentlichen Termine, aber Infos gibt es unter www.zauberevent.de. Wer einmal die Gelegenheit hat, Giovanni live zu sehen, sollte das unbedingt ausnutzen - aber gebt auch Eure Sachen Acht! ;)

Der dritte Zauberer des Abends war Hyponotiseur und Mentalmagier Goran Dujic. Als Aufwärmexperiment las er aus den Gedanken einiger Zuschauer, mit welcher Person sie gerne eine Reise in welche ihrer Lieblingsstädte machen würden.
Ebenso leicht fiel es dem Künstler, eine durch Zufall ausgesuchte Spielkarten aus den Köpfen der Zuschauer zu "erlesen". Die Besonderheit: Neben diesen Informationen las er zudem weitere Dinge, die dem Publikum in Gedanken umherschwirrten. Wann sie Geburtstag haben etwa - oder welche Farbe ihre Unterwäsche habe.
Als nächstes befasste er sich mit der Frage, wie Frauen es schaffen, Männer zu manipulieren. Er selbst habe von der Besten gelernt - von seiner Frau. Der nun ausgewählte Zuschauer sollte sich eines der Symbole auf einem Symbolwürfel aussuchen und so den Würfel verdeckt in die Hand legen. Ein Leichtes schien es für Goran zu sein, den Zuschauer zu seinem eigenen Wunschsymbol zu manipulieren.
Auch einen Klassiker der Mentalmagie hatte der Künstler im Gepäck: Den Buchtest. Zwar musste er den Zuschauer, der sich ein zufälliges Wort in einem Buch ausgesucht hatte nach dem Namen fragen ("Ich bin ein toller Gedankenleser...") - das Wort jedoch erriet er ohne Schwierigkeiten.
Auch die Pinnummer, die sich eine Zuschauerin ausdachte, las er problemlos - und bekam dafür sogar ein Küsschen.
Im Vorhinein der Show hatte der Gedankenkünstler bunte Zettel an einige Zuschauer verteilt, auf die sie eine Zahl, ein Wort oder ein Bild malen und die sie nun in eine Kiste geben sollten. Nach anfänglichen Entzifferungsschwierigkeiten des Testzettels (pfannenlecker oder Pfauenfeder?) erriet er aus drei zufällig gezogenen Zetteln ein Wort und eine Zahl. Für das übrig gebliebene ging er einen Schritt weiter: Rücken an Rücken zeichnete er das Bild aus den Kopf des Zuschauers nach.
Goran ist ein sympathischer Mentalmagier, der zwar zeitweise unsicher wirkte im Umgang mit dem Publikum, aber dennoch mit einer angenehmen Mischung aus Witz und Ernst einen beeindruckenden Auftritt aus dem Bereich der Mentalmagie ablieferte.
Für Infos und Termine von Goran stöbert doch mal unter gd-magie.de.

Das erste ZauberWerk im neuen Jahr war trotz des sturmbedingten Künstlerausfalls mit drei Künstlern immer noch bestens aufgestellt und somit ein toller Einstieg in ein magisches 2018 im Theater im Walzwerk!