Am 18.10.2018 fand die Oktober-Ausgabe des ZauberWerk im Theater im Walzwerk mit einer großen Auswahl unterschiedlichster Künstler statt.

 

Zu Beginn gab es zunächst einen weniger ernstzunehmenden „Polizeiaufruf“ nach einem Taschendieb, der den regelmäßigen ZauberWerk-Besuchern bereits bestens bekannt war. Giovanni Alecci war schon desöfteren im Publikum der Mixshow unterwegs, um Zuschauer schockierend unauffällig ihrer Wertsachen zu entledigen. Auch an diesem Abend stellte er sich als vermeintlicher Security-Mitarbeiter so geschickt an, dass er während seines Auftritts zahlreiche Wertgegenstände aus seinen Taschen hervorholen konnte. Aber auch ein gewisser Grad an Zauberei kam bei Giovanni nicht zu kurz; demonstrierte er doch eindringlich, wie er selbst einen Taschendieb an der Nase herumzuführen weiß, oder wie er einen Zuschauer auf der Suche nach einem kleinen roten Ball zur Verzweiflung bringen kann - und das zur besten Unterhaltung des restlichen Publikums.

Giovanni und seine außergewöhnliche Verbindung aus Zauberei und Taschendiebstahl machen ihn zu einem immer wieder gern gesehenen „Side-Kick“, aber auch, und insbesondere mit seinen Kollegen des Ensembles „ Die FUNtastischen“ zu einem tollen Bühnenact!

www.zauberevent.de

 

Durch den restlichen Abend führte der junge Zauberkünstler Phil Schmitz; eigentlich Teil des Duos „Die AndersArtigen“, stand er diesmal allein auf der Bühne – und das bei seinem Moderationsdebüt, bei dem er sich hervorragend geschlagen hat. Durch seine lebhafte Art hätte man ihm Nervosität aber ohnehin nicht mehr oder weniger angemerkt. Schnelles Sprechen, viel Selbstironie und ein ansteckendes Lachen machten auch bei dieser Show Phils Auftritte aus. Und so war auch das Publikum begeistert, wenn er zwischen den Hauptacts kuriose Vorhersagen traf, Dinge schweben ließ oder gekonnt mit Zuschauern spielte und improvisierte. Noch etwas unstet war die Anmoderation der anderen Künstler, die mal sicherer und mal unsicherer wirkte, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat, konnte doch jeder Bühnenacts genauso überzeugen wie Phil an diesem Abend. Das ZauberWerk lässt sich kaum passender moderieren als durch einen Zauberer, und so durften wir feststellen, dass auch die Moderation einer solchen Show dem sympathischen Kölner Künstler sehr liegt. Wir würden uns sicherlich über eine Wiederholung freuen!

www.phil-schmitz.de

 

Ein weiterer Gast an diesem Abend war Chris Calvin. Kurz war meine Überlegung, einfach die Worte wirken zu lassen: „Der mit Ei, Nuss und Ring. Ihr wisst schon.“ Chris ist viel auf offenen Bühnen und anderen Zauberei-Mixshows unterwegs, wo ich ihn schon desöfteren erleben durfte, aber immer wieder sehr begeistert von seinen magischen Effekten bin. Im ZauberWerk war er jedoch das erste Mal; zog dort aber die Zuschauer nicht minder in seinen Bann, als er kleine und erstaunliche große Gegenstände einfach in seinen Händen verschwinden und auf unglaubliche Weise wieder erscheinen ließ; als er die von einem Zuschauer unterschriebene Spielkarte nicht wie bei einem normalen Kartentrick, sondern auf allzu ungewöhnliche Weise wiederfand; oder als er abermals ein Verschwinden vorführte, das aber zum Ende gänzlich in den Händen einer Zuschauerin vonstattenging. Kleine technische Schwierigkeiten überspielte er dabei sehr geschickt; baute sie sogar gekonnt spontan in den Anfang seines zweiten Auftritts mit ein.

Besonders seine letzte Nummer, noch relativ neu in Chris‘ Repertoire, ist eine wirklich besondere Version eines Klassikers; ich kann mir zwar denken, dass die Vorführung und insbesondere die Art, wie der Künstler dabei mit Worten spielt, durchaus Geschmackssache ist. Der Effekt, einen Zuschauer tatsächlich ohne eigenes Zutun zum Zauberer zu machen, wiegt das allerdings wie ich meine bestens wieder auf!

Stilvolle und unterhaltsame Zauberei ist mit Chris immer garantiert; besonders spannend ist aber zu sehen, wie er sich nach und nach an neuen Richtungen ausprobiert und dabei den Zuschauern unterhaltsame, vorallem aber wahrlich magische Momente schenkt.

www.chris-calvin.com

 

Die Anmoderation des nächsten Künstlers hätte es besser nicht treffen können, deshalb möchte ich sie hier gerne sinngemäß wiederholen: Diesen Künstler in eine Schublade stecken zu wollen ist unmöglich; selbst ein ganzer Kleiderschrank würde dafür nicht ausreichen. Stephan Masur ist eine Koryphähe der Varietekunst, und in sich schon so vielseitig, dass man glauben könne, in seinen Requisitienkoffern befinde sich ein eigenes Varietetheater. Nicht nur schafft er es, durch seine Rolle „Le Comte“ (dt. „der Graf“) und die damit einhergehende unglaublich ausdrucksstarke Mimik seine Zuschauer für sich zu gewinnen; auch durch seine traumhaft schöne SeifenblasenKUNST - wobei „Kunst“ in diesem Fall wörtlich zu verstehen ist, denn nichts Anderes trifft es besser - und durch seine tatsächlich einzigartige „Barockbolas“-Aufführung, also das rhythmische Begleiten klassischer Musik durch eine Jonglage-Performance mit Gaucho-Bällen (feste Bälle an Enden von Seilen), brachte er das Publikum auf seine Weise zum Lachen, staunen und lächeln.

Und selbst in seinen Auf- und Abgängen auf und von der Bühne konnte er den Vollblut-Unterhalter in sich nicht unterdrücken, was zu mehr als einer skurril lustigen Situation führte, mit der er selbst den Moderator des Abends aus dem Konzept bringen konnte.

Ohne Zweifeln ist Stephan ein Ausnahmekünstler in der Varietewelt, für den, um an Phils Worte anzuknüpfen, wohl nicht mal einem ganzen Möbelhaus der passende Platz zu finden ist.

www.vivaldis-jongleur.de

 

Der letzte Künstler des Abends war schon einmal beim ZauberWerk als Close up-Act im Foyer dabei, stand diesmal das erste Mal bei uns auf der Bühne. Doch es schien ihm ein Leichtes, die Zuschauer für sich zu einzunehmen. Auf sehr authentische Weise erzählte er davon, was Zauberei für ihn bedeutet, und schien dieses Gefühl auch im Publikum auslösen zu wollen, als er Spielchen mit einem Gelschein triebt; einen Zauberwürfel blitzschnell löste, und diesen Effekt sogar einem Zuschauer aneignete, der seine Verblüffung ob des scheinbar in seinen Händen plötzlich gelösten Würfels nicht verbergen konnte. Besonders rührend und ein Paradebeispiel dessen, was Janniks Steckenpferd zu sein scheint, nämlich der Hochzeitszauberei, war das letzte Kunststück des Abends, bei dem er mit Hilfe von Spielkarten bildlich darstellte, wie durch eine magische Verbindung wie eine Partnerschaft oder Ehe aus zwei Individuen eins werden kann.

Jannik wirkt trotz seines jungen Alters souverän und eingespielt, was sicher seiner großen Auftrittserfahrung auf privaten und Firmenevents zu verdanken ist; wirkt aber keinesfalls steif oder formell. Viel mehr schafft er es durch seine erfrischende und zugleich charmante Art, das Publikum zu verzaubern, für einen Augenblick, oder eben für so viele Augenblicke, wie man sie ihm zugestehen möchte. Und wenn man mich fragt, könnten das nicht genug sein.

www.jannikgoertz.de

 

Die Oktober-Ausgabe des ZauberWerks war prall gefüllt mit Magie in den verschiedensten Formen, und bot so dem restlos gefüllten Saal wieder einen abwechslungsreichen und spannenden Abend. Danke an alle Künstler und das Theater im Walzwerk-Team!