Deja vu! In der Novemberausgabe des ZauberWerk waren diesmal wie bereits im November letzten Jahres die Zauberkünstler Marco Weissenberg und Till Frömmel dabei. Ob man nach zwei Wiederholungen schon von einer Tradition sprechen kann? ;)

 

Moderiert wurde der Abend ein weiteres Mal von Phil Schmitz. Er wärmte das Publikum auf alle erdenklichen Arten, besonders was den Gebrauch der Hände anging, auf, bot zwischen den Auftritten magischen Klamauk und unerklärbaren, kuriosen Handlungen mit Löffeln und Flaschen,  und führte einen Zuschauer auf der Bühne sogar buchstäblich an der Klopapierrolle herum. Nicht ohne Hilfe der anderen beiden Künstler, darf man jetzt verraten, was aber einen geübten Zauberzuschauer umso mehr begeistert haben dürfte. Gerade diese letztgenannte Nummer unterhielt das Publikum auf eine sehr besondere Weise – und für eine Zuschauerin war es wahrscheinlich DAS Wunder des Abends.

Auch bei seiner zweiten Moderation des ZauberWerks gelang es dem Kölner Zauberer bestens, die Stimmung auch zwischen den Auftritten der Anderen aufrecht zu erhalten, die Künstler auf sehr persönliche und wertschätzende Art anzusagen und so halb galant, halb verpeilt, aber in jedem Fall unterhaltsam durch den Abend zu führen.

Mehr von Phil gibt es unter www.phil-schmitz.de – oder, wer weiß, bei einem der nächsten ZauberWerke.

 

Marco Weissenberg, das junge Wunderkind aus Unna, hatte an diesem Abend Nummern aus seiner neuen Show für die Zuschauer im großen Gepäck.

Er erzählte von einer Neuigkeit, die ihn zwingt, sich mit dem Inhalt seines Pappkarton so genau zu beschäftigen, dass es einem Puzzle gleicht. Eine wunderschöne Illusion schon von sich aus, aber von Marco gespickt mit süßen Anekdoten und Lehren über die Eigenarten eines Kartons und des Erwachsenwerdens.

Der Magie Newcomer nahm die Zuschauer mit zurück in eine Zeit der Kindheit, und bewies, wieviel mehr Gegenstände aus der damaligen Zeit zu sagen haben können. Besonders, wenn man, wie der beteiligte Zuschauer, seine Skepsis überwindet und sich ganz darauf einlässt, seine Gedanken auf Dosengröße schrumpfen und wie durch Zauberei an einen anderen Ort wandern zu lassen.

Auch eine Las Vegas-gerechte Illusion hatte Marco dem Publikum versprochen; mit Bumms, Krach, einem „schicken“ Outfit; fliegenden Karten, auf einer von ihnen die doch nicht ganz so besondere 32; und ein Zuschauer mit der tiefen Überzeugung, Gefahr sei das Beste, was man dem Zauberer zumuten könne. Ein Paradebeispiel dafür, wie ein Zuschauer eine Nummer zwar länger, aber doch absolut einmalig machen und so unbewusst dazu beiträgt, das Beste aus ihr heraus zu holen. Nicht umsonst fragte Marco im Anschluss „Kann man Dich buchen?“

Zu guter Letzt noch hatte der Unnaer Zauberkünstler eine ganz neue Illusion dabei. Mit ein paar besonderen Bildern, der Interaktion des Publikums und der Frage danach, was die unzähligen Möglichkeiten im Leben eines Menschen bedeuten können, hat Marco ein mittlerweile viel vorgeführtes Kunststück in ein neues, persönliches und berührendes Gewand verpackt.

Und genau das ist es, was Marcos Zauberei so außergewöhnlich macht: Wo manche Zauberkünstler auf Masse an Tricks und Requisiten setzen, sind es bei Marco die Einmaligkeit, die Gestaltung und die Geschichten, die seine Zauberei so sehens- und liebenswert machen.

Wer mehr von dem jungen Zauberer mit dem Pappkarton sehen möchte, kann dies am 26.01.2019 – da ist Marco mit seinem kompletten Solo „Wunderkind“ im Theater im Walzwerk zu Gast. Mehr Infos und Termine gibt es auf marcoweissenberg.de

 

Der zweite Künstler des Abends strotzt zwar auch nur so vor Kreativität und Spaß an der Zauberei – sein Markenzeichen ist aber etwas Anderes. Zu Recht wird Till Frömmel, der flink sprechende und nie stillstehende Zauberkünstler von der Ostsee als „Wirbelwind des Nordens“ bezeichnet.

Auf die gleiche Schnelligkeit wie sein Wesen lief auch seine erste Nummer des Abends hinaus. Sekundeschnelle jedenfalls, besonders im Gegensatz dazu, wie lange die Zuschauer brauchten, um dem Zauberkünstler ein Seil als Fessel anzulegen. Was aber vermutlich an der akkuraten und zuweilen etwas ruppigen Arbeitsweise lag, dessen Ergebnis Till aber nicht davon abhielt, die Zuschauer mit der vermeintlichen Entfesselung an der Nase herum zu führen. So startete der junge Bad Doberaner mit reichlich Spaß auf Seiten des Publikums, und hoffentlich trotz Abdrücke an den Handgelenken, auch auf seiner Seite.

Auch Till hatte eine noch relative neue Nummer dabei. In der Hauptrolle neben dem wuselnden Zauberer drei Seile und die etwas verworrene Geschichten von drei Freunden. Verworren aber vermutlich nur deshalb, weil es im wahrsten Sinne in der Hand einer Zuschauerin lag, Till diese Geschichte auf verschiedenste Weisen erzählen zu lassen. Neben der Seilroutine, deren Effekte beinahe untergingen, gelang diese kuriose Märchenstunde dem Zauberkünstler dank seines Improvisationstalents auch bestens und zur hervorragenden Unterhaltung des Publikums.

In der zweiten Hälfte der Show schlug Till aber ein wenig ruhigere Töne an. Eine weitere Sparte der Magie, mit der sich das Nordlicht beschäftigt, ist das Spiel mit Gedanken.

So schenkte er einer Zuschauerin auf der Bühne den wunderbaren Moment des Vertrauens, das letztendlich vielleicht auf den Fähigkeiten des Zauberers basierte, aber metaphorisch eine emotionale und starke Geschichte schreibt über das Fallen lassen können und das nicht Fallen gelassen werden, ob bildlich oder in den Händen der Zuschauerin.

Auch das letzte Kunststück dieses Künstlers hatte mit den Gedanken eines Zuschauers zu tun. Diesmal aber in klassischerer Form, in dem erfolgreichen und beeindruckenden Lesen im Kopf des Bühnengastes.

Es war faszinierend zu sehen, dass es Till selbst, wenn er nicht einen ganzen Abend allein ausfüllt, so vielseitig ist, was seine Kunst angeht. In einem Moment wuselt und hüpft er über die Bühne mit Seilen in und um die Hände, in anderen wirkt er ruhiger und als wenn er ebenso ruhige Gedanken in den Zuschauern zum Leben erwecken könne. In jeder Situation aber bewahrt der „Wirbelwind“ des Nordens sein ansteckendes Lächeln und sein einnehmendes, sympathisches Wesen, das die Zuschauer auch an diesem Abend begeisterte. So ernannte der Moderator Phil ich zu Recht zum „Wirbelwind des Westens“.

Auch von Till gibt es bald mehr, quasi alles, demnächst im Walzwerk zu sehen. Am 23.03.2019 spielt der Bad Doberaner ein Kinderprogramm und seine Soloshow in Pulheim. Auf seiner Webseite tillfroemmel.com gibt es auch über den Wirbelwind mehr Infos und weitere Termine.

 

Vielen Dank an alle Künstler des Abends für ihre Magie, ihre Leidenschaft und vorallem den vielen Quatsch im Kopf, den sie allzu gerne mit den Zuschauern teilen! So wird unser ZauberWerk immer wieder zu einem besonderen Ereignis – wenngleich, so munkelt man, diese Konstellation vielleicht tatsächlich zu einer Art November-Tradition wird ;)