ZW Apr2019 Finale

„Bei dem ein oder anderen dauert’s `nen Moment bis der knallt!“

Bei der diesjährigen April-Ausgabe des ZauberWerk waren im Theater im Walzwerk unterschiedlichste Kunstformen auf der Bühne vertreten.

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Nachdem Moderator Phil Schmitz die Zuschauer in gewohnt unterhaltsamer Art und Weise auf den Abend vorbereitet hatte, kündigte er den ersten Act des Abends an, der die Frage beantworten sollte ob Zauberei Kunst, ob Zauberer Künstler seien.

Peter Vohralik nämlich ist nicht nur Zauberer, sondern auch Maler. Ein Künstler also in vielerlei Hinsicht, und schafft es in seinen Acts beide Künste miteinander zu verbinden. Er ließ Farbtuben und Zeichnungen schweben, spielte mit den Zuschauern eine ungewohnt dreidimensionale Form von „Montagsmaler“ und zauberte dreckige Pinsel wieder sauber. Auch beschäftigte er sich mit der „elektronischen Konkurrenz“, verlieh so unscheinbaren Gegenständen die Fähigkeiten eines 3D-Druckers und eines Faxgerätes – und das sowohl in Schwarz-Weiß als auch in Farbe! Und auch selbstentwickelte Neuigkeiten brachte Peter dem Publikum näher, etwa das Malen mit (oder vielmehr in) der Faust, das Gedankenlesen in Kunstkursen und eine Plan B-Variante, wenn mal die Musik nicht mitspielen sollte.

Peters besondere Umsetzung von Magie in seiner Atelierwelt hat innovativen wie unterhaltsamen Charakter, und so ist die Frage, ob Zauberei Kunst sei, zumindest bezogen auf den sympathischen Meerbuscher, ganz klar mit ja zu beantworten.

www.ein-raum-für-kunst.de

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Bereits im letzten Jahr war der Lüdenscheider Zauberkünstler Timothy Thomson zu Gast in ZauberWerk, und hatte dort die Zuschauer begeistert.

Und auch bei dieser Ausgabe hatte der „Wunderverkäufer“ das Publikum schnell für sich eingenommen. Ob er zeigte, wie sehr ihn Zauberei selbst bei alltäglichen Dingen nicht loslässt, und so eine Colaflasche zu einem magischen Requisit wird, oder er den Zuschauern beibrachte, wie man mittels eines eigensinnigen Zauberspruches ein Tuch in ein Ei verwandelte.

Seine mit Abstand außergewöhnlichste Nummer war aber, den Saal des Theaters im Walzwerk in ein Fernsehstudio zu verwandeln. „Magic Teleshopping“ sollte es sein, eine Sendung, bei der Timothy das „magische Weingeschenkset“ mit kuriosen Funktionen und spaßig-unsinnigem Zubehör an die Muggel bringen wollte, und das in für Teleshopping typischen Weise – „immer so `nen Tacken drüber“. Dass sich das ziemlich schnell auch auf das Publikum übertrug, merkte man der grandiosen Stimmung und vorallem der Lautstärke an – da schreit das ganze Studio mit!

Mit dieser Präsentation hat Timothy ein sehr klassisches Zauberkunststück in etwas Unerwartetes, Eigenes und Unterhaltsames verwandelt. So schloss Phil zu recht an den Auftritt an mit den Worten „Du kannst uns auch alles verkaufen!“

http://timothy-zauberei.de/

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Der dritte Künstler des Abends ist kein Zauberer im eigentlichen Sinne, steht seinen Kollegen aber nicht darin nach, magische Momente auf der Bühne zu erzeugen. Angekündigt als der „niedrigste Hochadel den es gibt“ betrat Stephan Masur den Saal als seine Bühnenfigur „Le Comte“ (dt. Der Graf). Mit unterschiedlichsten Unterhaltungsformen aus der Varietekunst ist Stephan ein gern gesehener Gast nicht nur im ZauberWerk.

An diesem Abend nahm der die Zuschauer mittels eines Schattenspiels mit auf eine königliche Jagd, spielte ein ungewöhnlich „scharfes“ Instrument und begeisterte die Zuschauer mit seiner schrägen, etwas verpeilten und gespielt gebieterischen Comedy.

Auch beendete er den Abend, wesentlich ruhiger, aber mit einem seiner wohl schönsten Talente: aus etwas so zerbrechlichem wie Seifenblasen Bilder zu bauen, die das Publikum nicht nur an ihre Kindheit zurückerinnern, sondern auch, besonders zusammen mit der Live-Pianomusik des Theaterleiters Marco Seypelt, manchen Zuschauer zu Tränen rührten.

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Auch Phil Schmitz, den man mittlerweile als Moderations-Urgestein des ZauberWerk bezeichnen könnte, ließ es sich nicht nehmen, neben der Moderation, allerlei lustigen Fingerübungen, skurriler Zungenakrobatik und speziellen „Gemeinschaftserlebnissen“ auch selbst einen besonderen Augenblick auf der Bühne zu kreieren, zu dem ein Seil, zwei Zuschauer und ein selbstironischer Künstler gehörten, der sich aus der besonders schön mit einer Schleife verzierten Fesselung befreien musste, sehr zur Unterhaltung der Zuschauer.

Wie gewohnt schaffte Phil es, mit seiner wuseligen, aber erfrischenden und lockeren Bühnenpersönlichkeit ein wunderbares Bindeglied zwischen den einzelnen Acts zu bilden, und so den Abend abzurunden.

www.phil-schmitz.de/

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Das ZauberWerk im April war nicht nur eines mit den unterschiedlichsten Kunstformen, sondern wie immer eine wunderbar zusammengestellte Mixshow, die den Zuschauern einen Abend voller unterschiedlichster Emotionen und Eindrücke bot.