Am 16.05. fand die letzte Ausgabe des ZauberWerk vor der Sommerpause statt. Zu Gast waren der Mentalist Holger Glang, Newcomer Lukas Knipping und Zauberkünstler Michael Parléz.

Aufgrund der derzeitigen Sperrung einer Unterführung in Pulheim, fiel die Begrüßung des Publikums durch Moderator Phil Schmitz entsprechend wertschätzend aus: „Es ist ein Zaubertrick, dass ihr alle pünktlich seid!“

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„Ich wollte nur gucken, ob Du aufpasst!“

Nachdem Phil die Zuschauer auf den Abend eingestimmt hatte, betrat zunächst der Gedankenkünstler des Abends die Bühne: Holger Glang. Er bot Mentalmagie für alle Sinne; erschnüffelte treffsicher die gewählten Blumen eines Bühnengastes, zog aus Farben Rückschlüsse auf die Persönlichkeit seiner Zuschauer und übertraf die Astrologie mit einer Einschätzung über einen Menschen, der an diesem Abend gar nicht anwesend war. In einem beeindruckenden Kunststück demonstrierte er sein fotografisches, oder vielmehr eidetisches Gedächtnis, dass es ihm ermöglichte, die von Zuschauern gemischten Karten ohne Hinzusehen, rein aus der Erinnerung heraus zu sortieren. Dabei war es ihm ein leichtes, mehr zu wissen als die Zuschauer, schneller Karten zuzuordnen, als der Zuschauer sie finden konnte.

Zum Ende seines Auftrittes, zum Anfang aber der Show; ein wenig zum Leidwesen der Theatermitarbeiter, aber zum großen Erstaunen des Publikums ließ er eine Erinnerung jedes einzelnen Zuschauers in dessen eigenen Händen etwas durchleben, das, wie Reaktion der Zuschauer zeigte, eigentlich nur Magie sein konnte.

Holger beweist, wieviel ehrliche Verblüffung hinter Mentalzauberei steckt, mit einem kleinen Augenzwinkern, ohne dem ganzen aber einen allzu mystischen, abschreckenden Charakter zu verleihen.

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„Ich stell‘ mir gerade die Frage, ob ich noch weitermachen soll…“

Mit der Ankündigung, der zweite Künstler des Abends sei „zwei Dinge, die ich nicht bin – jung und gut“, versprach der (übrigens selbst er Mitte Zwanzig-Jährige) nicht zuviel. Lukas Knipping war bereits einmal zu Gast beim ZauberWerk, hatte an diesem Abend aber neue Kunststücke dabei – und vorallem neue Requisiten. Die „Zaubertüte“ sah zunächst unspektakulär aus, enthüllte nach und nach seinen umso erstaunlicheren Inhalt. Ein Kartenspiel etwa, das Lukas ein schönes Fotomotiv ermöglicht, und ein weiteres, das zumindest dem Bühnengast einen verwirrend-beeindruckenden Moment bescherte – obwohl dieser die gesuchte Karte im wahrsten Sinne die ganze Zeit vor Augen hatte.

In der zweiten Hälfte präsentierte der Künstler dann sogar die „Zaubertüte 2.0“, in der ein Zauberwürfel sich blitzschnell lösen ließ. Beinahe übertrumpft wurde dieser Trick jedoch von dem Bühnengast – denn selten passiert es, dass Zauberkünstler, die mit Rubik’s Cubes arbeiten, jemand auf die Bühne holen, die diesen in 30 Sekunden lösen können. Dennoch setzte Lukas noch buchstäblich einen drauf, mit einer unerwarteten Vorhersage über den frei verdrehten Zauberwürfel. Mit seiner frischen, humorvollen Art schafft es der jungen Zauberkünstler, dem Publikum auf entspannte, aber unterhaltsame Weise erstaunliche Magie zu präsentieren.

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„Was für ein toller Empfang…ich wollte, ich hätte eine bessere Show für Sie.“

Auch, wenn der dritte Künstler sein Licht unter den Scheffel stellte, machte die Anmoderation doch neugierig. Extra aus Freiburg war der Zauberer Michael Parléz zum ZauberWerk angereist. Und begann seinen Auftritt mit einem Klassiker, dem Becherspiel. Klassisch in der Durchführung und listig in der Hinsicht, dass die Zuschauer keine Chance haben zu gewinnen. Ob das letztlich wirklich an der holländischen Tomate lag?

Auch das zweite Kunststück hatte seltsam charakterisierten Lebensmitteln zu tun. Ob ungewöhnliche Requisiten einen Effekt besonderer machen? Irgendwie schon, tauschte doch ein eingepacktes Kaugummi nicht nur den Platz, sondern auch seine Verpackung mit einer unterschriebenen Spielkarte.

Auch das Finale der Show leitete Michael ein, in dem mittels eines Fadens und einer kleinen Geschichte alle Künstler auf der Bühne um sich sammelte, und allen Beteiligten, Künstlern wie Zuschauern und Theatermitarbeitern ein rührendes Dankeschön und einen schönen Showabschluss schenkte.

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Und um das aufzugreifen, danken wir natürlich den Künstler des Mai-ZauberWerk, aber auch allen Künstlern, die in der vergangenen Spielzeit so zahlreich bei uns zu Gast waren – 21 waren es immerhin, und egal, ob einmalige Auftritte oder Wiederholungstäter: All diese machen jede Show einzigartig.

Ein besonderer Dank geht an Phil Schmitz, der sich nicht nur zu einem Publikumsliebling gemausert hat, sondern zu einem wichtigen Bestandteil der meisten ZauberWerk-Shows, in die er als Moderator, aber auch als Stagehand und Mit-Organisator der Shows selbst viel Zeit und Mühe steckt.

Und natürlich ein ebenso besonderes Dankeschön an den Theaterleiter und Initiator des Theater im Walzwerk Marco Seypelt, der mit viel Liebe und Mühe dem „ZauberWerk“ der Magie jeden Monat auf’s Neue eine Bühne bietet, und seinem gesamten Technik- und Ehrenamtsteam, das die Veranstaltungen mit Fleiß und Herzblut betreut.

Vielen Dank auch an alle Zuschauer, die uns besuchen – und das sogar immer und immer und immer wieder. Wir freuen uns auf die nächsten Ausgaben des ZauberWerk nach unserer Sommerpause. Weiter geht es am 19. September mit unserer Jubiläumsausgabe – alle Termine und Infos gibt es unter http://www.theaterimwalzwerk.de/index.php/zauberwerk

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Foto: N. Glang