Das ZauberWerk-Jahr 2020 eröffneten im Januar Moderator Marcel Wunder, die Zauberkünstler Giovanni Alecci und Jannik Görtz, Bizarr-Zauberer Jora, Mentalist Boo de Hoop und Bühnenkünstler Johann Theisen.

 

Nach impulsiver Begrüßung und Warm up durch den Moderator Marcel Weber betrat Jora als erster Künstler des Abends die Bühne.

Der Bielefelder hat sich der „bizarren“ Magie verschrieben; erzählt kuriose und zuweilen makabren Geschichten aus der Vergangenheit in Verbindung mit verblüffenden Kunststücken.

So etwa die Geschichte um eine starke und abhängige Frau, die ihr Schicksal in der Hölle fand. Eine hitzige Nachricht von dort erzählte die Geschichte weiter, wie eben diese Frau scheinbar die Herrschaft über die Hölle übernommen hatte – zum Leidwesen des Teufels.

Auch auf seine andere Leidenschaft neben Zauberei und Legenden, gutes Essen nämlich, kam Jora zur Sprache. Als Gourmet liebe er gutes Essen und hasse es umso mehr, dabei gestört zu werden. So sehr, dass ihm dabei auch schonmal die Nerven durchgegangen waren. Dies aber bedeutete das Glück für einen Zuschauer, denn nur mit einem besonderen Hilfsmittel konnte er das Cryptex öffnen, welches den Gegenstand für die letzte Geschichte des Zauberkünstlers verbarg. Die traurigste Geschichte, die Jora an diesem Abend erzählte, zugleich die minimalistische und anrührendste, über eine unglückliche erste Liebe und einen metaphorischen Dämon, der ihn immerzu begleitet.

Solche Geschichten auf der Bühne zu erzählen, ohne dass die Atmosphäre allzu elend oder gar gruselig wird, ist eine Kunst, die Jora ebenso wie die Zauberei bestens beherrscht. Wenn auch die gemäßigte, düstere Stimmung sich ihren Platz im Verlauf des Abends erkämpfen musste, ist diese Art der Zauberei doch bemerkenswert beeindruckend.

 

Etwas gänzlich Neues boten die Zauberkünstler Giovanni Alecci und Jannik Görtz. Als Einzelkünstler sind sie bereits gern gesehene Gäste im ZauberWerk, sowohl beim Close up im Foyer als auch auf der Bühne. An diesem Abend traten sie zum ersten Mal als Duo auf. Während Giovanni als professioneller Taschendieb unterwegs ist, hat sich Jannik den Klau von nicht Greifbarem zum Thema gemacht: dem Datendiebstahl.

Hacker und Zauberer nämlich seien sich ähnlich – so, wie Zauberkünstler „Schwachstellen“ in der menschlichen Psyche nutzen, nutzen Hacker Schwachstellen im System.

Und mit diesem Hintergedanken konnten die Künstler Geld transferieren, „Firewalls“ für sich nutzen, sich Gedanken, Worte und PINs aus den Köpfen der Zuschauer stehlen. Selbst ein hochkomplizierter Code mit mehreren Trilliarden Lösungsmöglichkeiten in Form eines Zauberwürfels stellte für die Künstler kein Problem dar, und sogar ein Firmentresor war vor den beiden nicht sicher.

Sich im Zuge der digitalen Revolution nicht nur mit der Prävention von Taschendiebstahl zu beschäftigen, wie Giovanni es schon seit langem tut, sondern auch zur Aufklärung über Datenklau und Cyber-Kriminalität beizutragen, erscheint äußert sinnvoll. Dies mit Zauberei zu verbinden ist ein spannender Ansatz, den Jannik und Giovanni sicherlich weiter verfolgen werden.

 

Der Verlosung, die üblicherweise an ZauberWerk-Abenden im Theater im Walzwerk stattfindet, hatte der Moderator diesmal einen anderen Rahmen gegeben. Diesmal wurde nicht einfach ein Zuschauer-Name aus dem Zylinder gezogen. Marcel hatte ein echtes Gewinnspiel veranstaltet, bei dem er in der Pause die Kreativität der Zuschauer auf die Probe stellte. Und gewonnen haben sogar Zwei – die beiden besten spontanen Anmach-Sprüche des Abends. Herzlichen Glückwunsch!

 

Johann Theisen ist ein wahres Multitalent. Zauberei gehört genauso zu seinem Repertoire wie Comedy und Musik. Seine zahlreichen Kollegen sähen seine kunstformübergreifende Performance eher kritisch, scherzte der Schwabe, belehrte die Zuschauer aber zumindest bezüglich der Zauberei eines Besseren.

Wie eine der vielen klischeehaften Fragen an Zauberkünstler vermuten lassen, habe er Zaubern gelernt, um Frauen zu beeindrucken. Eines Tages sei ihm das Buch „Zaubern für Einsame“ in die Hände gefallen, und sein Lieblingskunststück daraus habe er an diesem Abend mitgebracht – der Tindertrick. Dieser beinhaltete eine zu beeindruckende Frau, Spielkarten, eine Skala, fast zwanglosen Körperkontakt und die närrisch-sympathische Art des Bühnenkünstlers.

Das Publikum schien bei diesem leider sehr kurzen Auftritt bestens unterhalten, und so hat Johann das Ziel, neugierig zu machen auf die Vorpremiere seiner Soloshow „Theisen Total“ Anfang Februar, problemlos erreicht.

 

Der letzte Künstler des Abends war Boo de Hoop. Er ist Mentalist, und beeinflusste nicht zur seine Bühnengäste in ihren Entscheidungen. Auch konnte er anhand ihrer Vorstellungskraft einen Urlaubsort auch vor seinen Augen sehen, konnte ein Tier aus den Gedanken eines Zuschauers sichtbar machen und las Bücher durch die Augen seines Publikums. Zuletzt noch brachte er eine kuriose Vorhersage auf die Bühne, über die sich die Zuschauer gleich in mehrfacher Hinsicht wundern und vorallem herzlich darüber lachen konnten.

 

Auch das Jahr 2020 startete mit einem bunt gemischten ZauberWerk – wir freuen uns auf alle kommenden Shows und Künstler, die bis Mai bei uns zu Gast sind!